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10 häufige Fragen zur Patientenverfügung

Der Corona-Virus stellt uns vor neue Herausforderungen und Fragestellungen. Gerade in diesen Zeiten ist es wichtiger denn je, selbstbestimmt festzuhalten wie Angehörige und Ärzte in einem Notfall in Ihrem Sinne handeln sollen. Nutzen Sie diese aussergewöhnliche Zeit, um sich mit der Thematik zu befassen und zu diskutieren. Hier finden Sie die häufigsten Fragen zur Patientenverfügung. Nutzen Sie unsere Beratungs-Hotline 0848 419 419, wenn Sie auf Ihre persönliche Frage keine Antwort finden.

  1. Ist die Patientenverfügung rechtsverbindlich?
    Ja. Seit dem Inkrafttreten des neuen Erwachsenenschutzrechtes (1.1.2013). Seither gilt die Rechtsverbindlichkeit für Ärzte und Behandlungsteam schweizweit.
     
  2. Muss die Patientenverfügung notariell beglaubigt sein?
    Die Patientenverfügung ist mit Ort, Datum und Unterschrift gültig und benötigt keine weitere Beglaubigung.
     
  3. Was sind lebensverlängernde Massnahmen?
    Zu den lebensverlängernden Massnahmen gehören insbesondere die künstliche Beatmung und die kardiopulmonale Reanimation, aber auch die künstliche Wasser- und Nahrungszufuhr. Je nach Situation muss auch über Sauerstoff, Medikamente, Transfusion, Dialyse und operative Eingriffe entschieden werden.
     
  4. Wie ist die Gültigkeit im Ausland?
    Behandlung und Betreuung in einem Spital richten sich nach den Gesetzen und Richtlinien des betroffenen Landes. Neben den USA haben u.a. auch Frankreich, Spanien, Deutschland und Österreich eine Gesetzgebung zur Patientenverfügung. Wer längere Zeit im Ausland lebt, kann seine Patientenverfügung in die entsprechende Landessprache übersetzen lassen.
     
  5. Mit wem soll ich meine Patientenverfügung besprechen?
    Es ist sinnvoll den Inhalt der Patientenverfügung mit einer nahestehenden Vertrauensperson und mit dem Hausarzt/der Hausärztin oder dem behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin (besonders bei konkreter Erkrankung) zu besprechen.
     
  6. Wie häufig muss man die Patientenverfügung erneuern?
    Je aktueller die Patientenverfügung ist, desto verbindlicher ist sie. Wir empfehlen sie alle zwei Jahre oder bei Veränderungen zu überprüfen und neu zu datieren. Das Gesetz macht dazu aber keine Vorschrift.
     
  7. Wo soll ich meine Patientenverfügung aufbewahren?
    Die Patientenverfügung soll zusammen mit anderen wichtigen Dokumenten aufbewahrt werden, zu denen eine Vertrauensperson Zugang hat. Die Ausweiskarte kann man im Portemonnaie mit sich tragen.
     
  8. Wem soll ich eine Kopie meiner Patientenverfügung geben?
    Das Original bleibt zuhause, eine Kopie soll man der Vertretungsperson und dem Hausarzt/der Hausärztin oder dem behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin geben.
     
  9. Wen kann ich für eine Vertretung bei medizinischen Entscheidungen anfragen?
    Als Vertretungsperson kann jede urteilsfähige Person eingesetzt werden. Wichtig ist, dass diese zur Übernahme der Aufgabe wirklich bereit ist. Sie hat allerdings jederzeit die Möglichkeit von dieser Verantwortung zurückzutreten. Grundsätzlich kann auch ein Arzt/eine Ärztin beauftragt werden.
     
  10. Was kann ich tun, wenn ich bei Covid-19 auf eine Intensivbehandlung verzichten will?
    Sie können folgenden Text in Ihre Patientenverfügung schreiben: «Sollte ich durch eine schwere Infektionskrankheit, z. B. Covid-19, eine Sepsis oder Ähnliches, in einen urteilsunfähigen Zustand geraten und sollte ein Überleben nur noch mit künstlicher Beatmung gewährleistet werden können, so bitte ich das behandelnde Notfallteam, solche Eingriffe zu unterlassen. Vielmehr wünsche ich mir in einer solchen Situation eine möglichst wirksame palliative Betreuung, die mir ein Sterben in Würde erlaubt: ohne Angstzustände, ohne Atemnot und ohne Schmerzen. Schliesslich geht es mir auch darum, möglichst bei mir zu Hause sterben zu dürfen.» Dieser Vorschlag stammt von Andreas U. Gerber. Er ist em. Professor und Spezialarzt für innere Medizin und Infektiologie sowie Mitglied der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW).

     

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