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Erkenntnisse zur Erreichbarkeit

Auffallendes und unkonventionelles Merkmal für die Arbeiten der beiden Teams war der rote Caritas-Wagen im Zentrum von Suhr und in der Siedlung «Lochergut» in Zürich. Er diente als Büro sowie als Informationsstand für die Bevölkerung. Die Mitarbeitenden trugen auffallend rote Jacken. Sie sollten aktiv auf Passanten sowie auf die Bewohnerinnen und Bewohner zugehen und nicht in einem Büro darauf zu warten, dass die Menschen auf sie zukommen. Sie sollten die Schwelle zu vereinsamten älteren Menschen überwinden.

 
 

Niederschwellige Hilfe – aber wie?

Der rote Caritas-Wagen und die aktive persönliche Präsenz der Teams im Quartier sind nach Meinung der befragten Fachpersonen das wichtigste Merkmal des Pilotprojekts. Damit gelang es Caritas, informell erste Kontakte zur Bevölkerung zu knüpfen. Das schaffte den Kontakt zu Menschen, die von sich aus keine Unterstützung suchen oder Mühe haben, den Kontakt zu staatlichen oder privaten Anbietern zu finden.

«Die erreichen eben diese Leute, die nie auf so ein Büro von einem Amt oder so gehen würden. Die nie kommen und sagen, ich brauche Hilfe, ich brauche Geld. Sie erreichen die Leute, einfach dadurch, dass sie dort sind. Es ist halt mit dem Wagen sehr sichtbar. (...).Es ist viel niederschwelliger.» Fachbereichsleiterin öffentliche Verwaltung, Soziales.

 

Braucht es eine möglichst unbequeme Infrastruktur?

Die Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers kannten den roten Caritas-Wagen und wussten, wo sie ihn finden konnten. Mit zunehmender Dauer verlor er aber an Ausstrahlungskraft. Für die Mitarbeitenden war es im Winter kalt und im Sommer heiss: Sie waren gezwungen, sich möglichst oft nach draussen zu begeben und «bei den Leuten zu sein». Das war die Absicht des Pilotprojekts.

 

Ist Caritas der richtige Name?

Der Name Caritas erleichterte den Zugang zur Bevölkerung, da die Organisation bekannt ist. Mit dem Namen waren aber auch zwei zentrale Probleme verbunden, die eine Kontaktaufnahme verhinderten oder erschwerten: Einerseits die Wahrnehmung der Organisation über ihre Auslandhilfe und anderseits der kirchliche Hintergrund. Für die Umsetzung eines künftigen Projekts wird deutlich, dass gerade stark besetzte Namen wie «Caritas» für die Einführung eines Angebots, das sich nicht unmittelbar in bestehende Dienstleistungen reiht, mehr Zeit einrechnen müssen als im Pilotprojekt vorgesehen. «Der Name Caritas ist mir nicht unbekannt, aber ich wusste nicht, dass die das machen. Caritas Läden gibt es ja schon lange. Ich habe früher Kleider gegeben im Laden in Aarau. Wenn es den roten Wagen nicht gegeben hätte, dann hätten wir nicht gewusst, dass Caritas das nun macht.» Klientin «Stundenweise Unterstützung».

 

Was ist besser: Selbstbestimmung oder Fürsorge?

«Ich kam mir vor wie ein Vertreter», sagte eine Mitarbeiterin bei der Evaluation. Sie meint damit: Die Fürsorge für hilfsbedürftige Menschen hat ihre Grenzen. Das gaben auch jene Menschen zu verstehen, die trotz augenfälliger Not keine Hilfe annehmen wollten. Das Recht auf Freiheit zeigte sich auch in der Zusammenarbeit mit den Immobilienbewirtschaftern. Sie konnten ihre Mieterinnen und Mieter zwar auf das Angebot hinweisen. Für die Herstellung des Kontakts mussten sie aber deren Einverständnis einholen.

 

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