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Jetzt sind wir ein gutes Team

Werner Schneider (95) und Robert Nagy (32), Dielsdorf erzählen dem Magazin Visit (Pro Senectute Kanton Zürich) von ihrem Zusammenleben.

 
 

Das helle Wohnzimmer im Haus ist aufgeräumt, der Garten «winterfest» gemacht. Nach einer Hüftoperation sagte der Arzt zu Werner Schneider, dass er nicht mehr allein leben könne. «Ich besichtigte ein Altersheim, doch dort wären mir die Tage lang geworden», erzählt er. Seit einem Jahr leben nun die beiden Care-Migranten Robert Nagy und eine Kollegin aus Rumänien für jeweils drei Monate bei ihm. Vermittelt wurden sie von der Caritas. Werner Schneider ist zufrieden mit der neuen Lösung. Er sagt rückblickend:

«Anfangs war es gewöhnungsbedürftig, mit Fremden im Haus zu leben, doch jetzt sind wir ein gutes Team. Damit es funktioniert, braucht es Toleranz, Humor und Respekt von beiden Seiten.» Er spricht mit Robert konsequent hochdeutsch, deshalb gibt es heute auch kaum mehr Verständigungsschwierigkeiten zwischen den beiden. Sie erzählen von gemeinsamer Haus- und Gartenarbeit, von Besuchen bei Nachbarn und vom Skypen mit Roberts Familie. Robert Nagy ist auch zu Hause in Rumänien in der Altenpflege tätig. Er komme immer wieder gerne in die Schweiz, sagt er. «Ich lerne viel für meinen Beruf, und mit dem Lohn kann ich meinen beiden Kindern später eine Ausbildung ermöglichen.»

Er ist mit einer 40-Stunden-Woche zum gesetzlich vorgeschriebenen Lohn angestellt, an den Wochenenden hat er frei. Sein «Arbeitgeber», der früher eine Regionalbank leitete, sagt dazu: «Mir ist ein anständiges Arbeitsverhältnis mit gegenseitiger Wertschätzung wichtig.» Dafür ist er bereit, etwas mehr zu bezahlen, als der Aufenthalt im Heim kosten würde. «Ich gewinne viel, denn ich kann zu Hause bleiben und selber noch etwas tun, ich habe Abwechslung und lerne immer wieder Neues.» Und, so Werner Schneider: «Es ist beruhigend zu wissen, dass immer jemand da ist.

Hier geht es zum Magazin Visit.

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