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Das Verhältnis von Pflege und Betreuung

Alle reden von der Zunahme der Pflege-Bedürftigkeit älterer Menschen. Tatsache aber ist: der Bedarf an Betreuung wird viel stärker zunehmen als der Bedarf an Pflege.

In seiner Studie von 2011 zeigt der Schweizer Altersforscher François Höpflinger auf, dass die instrumentellen Aktivitäten des täglichen Lebens bei älteren Menschen zu Hause früher abnehmen als die basalen Aktivitäten des täglichen Lebens. Anders gesagt: zuerst sind Seniorinnen und Senioren auf Betreuung angewiesen - auf Hilfe im Haushalt, beim Anziehen oder beim Einkaufen. Die Hilfe bei der Pflege kommt erst später hinzu, wenn überhaupt. Ältere Menschen sind oft bis ins hohe Alter nicht auf Pflege daheim angewiesen, brauchen aber Hilfe bei den täglichen Dingen. Dies zeigt auch eine Untersuchung der Hochschule Luzern.

Dies zeigt das Beispiel von Magdalena Kummer (Name geändert): Sie kann selber aufstehen, sich selber Waschen und Anziehen. Auch das Frühstück kann sie noch selber machen. Sie schafft aber die Treppen in den ersten Stock nicht mehr alleine. Deshalb hat sie ihr Schlafzimmer bereits ins Parterre verlegt. Die Tochter hat zudem einen Handlauf montieren lassen, der mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet ist. Vom Schlafzimmer zur Toilette kann sie deshalb nachts ohne Gefahr gehen. Die Einkäufe besorgt die Tochter, ebenso den wöchentlichen "Kehr". Magdalena Kummer wird aber zunehmend vergesslich. Sie findet oft ihre Brille nicht mehr. Immer öfter vergisst sie den Wochentag. Und sie vergisst, ihre Kleider zu wechseln. Die Tochter macht sich zunehmend Sorgen. Die wöchentlichen Besuche reichen längst nicht mehr. Sie muss ihre Mutter jetzt täglich besuchen, am Wochenende sogar zwei Mal pro Tag. Neben Beruf und Familie ist die Tochter damit bald überlastet und sucht nach einer Möglichkeit für die Betreuung ihrer Mutter.

Wie viele pflegende Angehörige sucht sie auf Google Hilfe. Dort findet sie zahlreiche Angebote für Betreuung und Pflegehilfe von Home Instead, Homecare, Seniorenbetreuung oder Daheim am besten. Sie stösst auch auf Angebote für die 24-Stunden-Betreuung zu Hause. Sie vermutet, dass einige dieser Angebote der privaten Seniorenbetreuung nicht legal sind. Das Angebot der Caritas-Betreuung "In guten Händen" erscheint ihr aber vertrauenswürdig und transparent. Deshalb informiert sie sich per Telefon, woher die Caritas-Betreuerinnen kommen, wie sie arbeiten und welchen Lohn sie verdienen. Es wird ein Abklärungs-Gespräch zu Hause vereinbart. Drei Wochen nach dem ersten Anruf beginnt Elena Balint als Betreuerin bei Magdalena Kummer. Sie wird von der Caritas-Einsatzleiterin eingeführt und bleibt für drei Monate. Danach kommt ihre Kollegin.

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