Angehörige pflegen

Angehörige, die ihre Familienmitglieder pflegen, sollen für ihre Arbeit entschädigt werden. Caritas stellt pflegende Angehörige aus dem Kanton Luzern und Zug zu einem Stundenlohn von CHF 35 an und zahlt in die Sozialversicherungen ein. Abgerechnet wird über die zuständige Krankenkasse. Zudem besucht eine diplomierte Pflegefachperson die Angehörigen regelmässig, erstellt mit ihnen einen Pflegeplan und stellt somit die Qualität der Pflege sicher.

 
 

Unser Angebot

 
 

Auszahlung Lohn & Sozialversicherungen

Angehörige erhalten einen Stundenlohn von CHF 35 inkl. Sozialversicherungen.

 

Sicherung der Qualität

Individueller Pflegeplan und regelmässige Gespräche per Telefon oder vor Ort.

 

Diplomierte Pflegefachperson

Begleitung und Unterstützung durch diplomierte Pflegefachperson.

 

Kurse und Fortbildungen

Individuelle Schulungen und Fortbildungen nach Bedarf und Situation.

 
 
 

Welche Pflegeaufgaben werden entschädigt?

Die Tätigkeiten der Grundpflege sind Voraussetzung für eine Entschädigung. Diese Tätigkeiten umfassen beispielsweise Hilfe beim Waschen, Duschen und Baden, bei Kompressionsstrümpfen, beim An- und Auskleiden, beim Essen und Trinken, beim Toilettengang, beim Aufstehen und Hinlegen sowie beim Gehen oder bei der Zahnpflege. 

Betreuungsaufgaben (bspw. Gesellschaft leisten, zusammen Spazieren gehen) oder auch Büroarbeiten (bspw. Erledigen der Steuererklärung oder Bezahlen von Rechnungen) werden von der Krankenkasse nicht vergütet.

 

Wie viel Lohn erhalten die pflegenden Angehörigen?

Die pflegenden Angehörigen sind bei Caritas angestellt. Der Lohn beträgt CHF 35 pro Stunde und beinhaltet alle obligatorischen Sozialversicherungen. Caritas zahlt ebenso in die Pensionskasse (2. Säule) ein, sofern ein Jahreseinkommen von mindestens CHF 21'510 erreicht wird. So können allfällige Vorsorgelücken geschlossen werden.

Der Lohn wird von Caritas bezahlt. Die Leistungen der Angehörigen werden von Caritas über die Krankenkasse der gepflegten Person abgerechnet.

 

Wer sind pflegende Angehörige? Wer ist damit gemeint?

Pflegende Angehörige sind Personen, die ihre Familienmitglieder (Ehepartnerin oder Ehepartner, Kinder, Eltern, Geschwister oder die Person, mit der sie eine eingetragene Partner- und Lebensgemeinschaft haben) oder Freundinnen und Freunde oder Personen aus der Nachbarschaft pflegen. Pflegende Angehörige unterstützen regelmässig und substanziell. Sie übernehmen Verantwortung und Verbindlichkeit in der Unterstützung (gemäss Bundesamt für Gesundheit BAG, 2017).

In der Regel sollten die pflegenden Angehörigen das AHV-Alter noch nicht erreicht haben. Die Situation von pflegenden Angehörigen im AHV-Alter muss individuell geprüft werden.

Pflegende Angehörige müssen über keine Pflegeausbildung verfügen.

 

Wie unterstützt Caritas die pflegenden Angehörigen?

  • Auszahlung Lohn und Sozialversicherungen: Angehörige erhalten einen Stundenlohn von CHF 35 für die Tätigkeiten der Grundpflege. Dieser Stundenlohn obliegt den obligatorischen Sozialversicherungen (AHV, IV, ALV) und der beruflichen Vorsorge (Mindestjahreslohn von CHF 21'510 muss erreicht werden)
  • Beratung durch diplomierte Pflegefachperson: Caritas unterstützt die pflegenden Angehörigen in ihrem Alltag. Eine diplomierte Pflegefachperson besucht Sie regelmässig und steht Ihnen mit fachlichem Rat zur Seite. Dies entlastet die Angehörigen, gibt ihnen Struktur, Stabilität und Sicherheit.
  • Qualitätssicherung: Zusammen mit den pflegenden Angehörigen wird ein individueller Pflegeplan erarbeitet. Dieser wird regelmässig in Gesprächen vor Ort und per Telefon evaluiert und angepasst.
  • Kurse und Fortbildungen: Individuelle Schulungen und Kurse werden nach Bedarf und Situation organisiert. Wir informieren über unsere Angebote und auch andere anerkannte Weiterbildungen.
  • Austausch und Vernetzung: Wir fördern den Austausch zwischen den pflegenden Angehörigen.
 

Wie können pflegende Angehörige bei der Caritas angestellt werden?

Falls Sie Interesse an unserem Angebot haben, kontaktieren Sie uns per Kontaktformular oder per Telefon 041 419 22 27. Es können aktuell nur pflegende Angehörige mit Wohnsitz im Kanton Luzern oder Zug angestellt werden. Das Angebot soll 2023 auf weitere Kantone ausgeweitet werden.

Zuerst führen wir mit Ihnen ein telefonisches Erstgespräch. Danach besucht Sie die regionale Pflegefachperson zuhause, wo der Pflegebedarf und die nötige Pflegeleistung überprüft werden. Ein individueller Pflegeplan wird erstellt. Anschliessend werden Ihnen alle nötigen Unterlagen zugeschickt und Sie haben Zeit alles in Ruhe durchzulesen. Mit der Vertragsunterzeichnung beider Parteien kommt es zu einem Anstellungsverhältnis.

 

Was sind die Pflichten von pflegenden Angehörigen?

Pflegende Angehörige müssen die Pflege gemäss Vereinbarung ausführen und an Qualitätsmassnahmen (regelmässige Gespräche, Evaluation des Pflegeplans, Fortbildung) teilnehmen. Die Pflege muss zudem dokumentiert werden.

 

Welche sonstigen finanziellen Entschädigungen für pflegende Angehörige gibt es?

Pflegende Angehörige können Betreuungsgutschriften beantragen. Die Betreuungsgutschrift ist ein fiktives Einkommen, das dem individuellen AHV-Konto angerechnet wird. Für jedes Jahr, in dem eine versicherte Person Angehörige betreut hat, werden ihr Gutschriften angerechnet. Diese Gutschriften sind keine Geldzahlungen, können aber die AHV-Rente der Angehörigen verbessern und Altersarmut vorbeugen. Die Betreuungsgutschriften müssen jährlich bei der kantonalen Ausgleichskasse im jeweiligen Wohnsitzkanton geltend gemacht werden. Die Formulare für die Anmeldung finden Sie auf der Webseite ahv-iv.ch.

Zudem gibt es die Möglichkeit, dass das Familienmitglied, das gepflegt wird, Hilfslosenentschädigung beantragt. Eltern, die ihr gesundheitlich schwer beeinträchtigtes minderjähriges Kind betreuen, erhalten ausserdem eine Betreuungsentschädigung.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV).

 

Welche weiteren Entlastungs- und Bildungsangebote für pflegende Angehörige im Kanton Luzern gibt es?

Es gibt verschiedene Organisationen, die pflegende Angehörige entlasten und ausbilden. Untenstehend finden Sie eine Auswahl aus der Region Luzern.

 

Wieso engagiert sich Caritas für pflegende Angehörige?

Die unbezahlte Care-Arbeit, die meist von Frauen geleistet wird, ist ein Armutsrisiko. Das fehlende Einkommen führt im Pensionsalter zu Vorsorgelücken und Altersarmut. Hier möchte Caritas präventiv eingreifen. Seit der Revision des Krankenversicherungsgesetzes 2019 ist es in der Schweiz möglich, sich als pflegende Angehörige bei einer Organisation mit Spitex Lizenz anstellen und bezahlen zu lassen. Caritas hat bereits Erfahrung in der Betreuung von älteren Menschen zuhause und sieht hier eine Chance die Situation von pflegenden Angehörigen zu verbessern und für fairere Rahmenbedingungen zu sorgen.

Weitere Informationen finden Sie im Factsheet Was Angehörigenpflege mit Armut zu tun hat (PDF).

 

Wie arbeitet die Caritas mit öffentlichen Spitex-Organisationen zusammen?

Das Angebot der Caritas ist eine Ergänzung zu den Leistungen von öffentlichen Spitex-Organisationen. Im Kanton Luzern gibt es keine öffentliche Spitex-Organisation, die pflegende Angehörige anstellt.

Zudem übernehmen Angehörige, die ihre Familienmitglieder pflegen, die Grundpflege. Die Behandlungspflege (wie Wundverbände anlegen und wechseln, Spritzen geben oder Medikamente verabreichen) wird weiterhin von öffentlichen Spitex-Organisationen übernommen. Caritas strebt eine Zusammenarbeit mit öffentlichen Spitex-Organisationen an.

 
 
 

Dokumente

  • Factsheet: Was Angehörigenpflege mit Armut zu tun hat
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